Freiheit für RAF Terroristen?
Derzeit wird eine öffentliche Debatte darüber geführt, ob Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar, die beiden letzten in Haft befindlichen RAF Terroristen, wieder in Freiheit kommen sollen. Sie hätten nach 25 Jahren Haft genug gebüsst und sollten trotz mehrmaliger Lebenslanger Haftstrafen freikommen. Dies sei in der Bundesrepublik ein üblicher rechtstaatlicher Grundsatz, Menschen nach 25 Jahren die Möglichkeit auf Freiheit zu geben.
Mir drängt sich da die Frage auf, warum es dann eine “mehrmalige Lebenslange Haft” als Strafe gibt und nicht ein Strafmaß von mindestens 25 Jahren. Ja, ja, ich weiß, Abschreckung und so. Aber was soll daran abschreckend sein, wenn jeder über diesen “rechtsstaatlichen Grundsatz” Bescheid weiß?
Sind unsere Strafmasse überhaupt noch sinnvoll? Sollte man einen mehrfachen Mörder nach 25 Jahren entlassen, der “nicht weiss warum er überhaupt gemordet hat”? Kann man eine “positive soziale Prognose” für so jemanden überhaupt über die Gefahr eines neuerlichen Mordes an einem unschuldigen Menschen setzen? Eine Studie in den USA bei Massenmördern hat nur eine Übereinstimmung in ihrem Verhalten gezeigt: Sie wussten meist nicht warum sie überhaupt so brutal gemordet haben…
Zurück zu unseren Terroristen, und dass sind sie noch immer denn eine öffentlich Abkehr von ihren Taten hat nie stattgefunden. Nur wer öffentlich bekennt, dass seine Taten falsch waren und soetwas nie wieder machen wird sollte für eine Begradigung in Frage kommen. Das allerwichtigste ist jedoch ein öffentliche Entschuldigung für die brutalen Morde bei den Hinterbliebenen der Opfer.
Da Mohnhaupt und Klar dies ablehnen, sollten Sie in Haft bleiben. Gnade vor Recht haben nur diejenigen verdient, die selber zu Mitgefühl fähig sind.
Was es bedeutet, wenn man als kleines Kind ohne Vater aufwächst, diesen sogar in Haft im Fernsehen sieht können sich wohl nur die wenigsten vorstellen. Mir persönlich sind die Bilder der zerstörten Limousine von Alfred Herrhausen und den mit verbundenen Augen vor einem RAF Plakat knieenden Hans Martin Schleyer noch in Erinnerung. Damals war ich 10 Jahre alt und hatte furchtbare Angst. Heute erinnert mich das Bild von Hans Martin Schleyer an die Enthauptung eines Amerikaners vor laufender Kamera durch Alqaida Terroristen. Würden Sie diese Menschen nach 25 Jahren begnadigen wollen?