BenQ und Siemens
Nachdem die deutsche GmbH, die die Siemens Handy Sparte betreibt, Insolvenz angemeldet hat, ist der Katzenjammer groß. Mehrere hundert Arbeitsplätze werden wohl verloren gehen im Hochlohnland Deutschland. Wer geglaubt hat, dass BenQ auch nur eine Woche länger die mit Siemens vertraglich zugesicherten Arbeitsplatzgarantien aufrechterhält, der sieht sich eines besseren belehrt.
BenQ hat genau dass gemacht, was viele Asiatische Firmen, vor allem in China, gemacht haben und weiter machen werden. Sie benutzen Markennamen von Weltruf und verscherbeln darunter ihre in Billiglohnländern hergestellten Produkte. Wer jetzt in Asien BenQ Siemens Handys kauft, der kauft zumindest einen Teil eines Qualitätsnamens. Aber ohne die Qualität, die den Namen Siemens über Jahrzehnte zu einer Qualitätsmarke haben werden lassen.
Hat sich Siemens das nicht denken können und sind die Manager übers Ohr gehauen worden???
Wohl kaum. Hier zeigt sich eiskaltes, berechnendes Kalkül der Siemens Manager. Die Handy Sparte abzustossen und damit keine milliardenschweren Zahlungen an die Beschäftigten leisten zu müssen, war wohl verlockender als der Prestigeverlust und die Verwässerung der Marke Siemens. Da wirkt das Angebot von Siemens, den Beschäftigten mit einigen zehnmillionen Euro unter die Arme zu greifen geradezu als lächerlicher Hohn.
Das Image von Siemens im Inland konnte auf diesen Weg gerettet werden, denn schließlich ist man ja nicht mehr Eigentümer der Handy Sparte und damit auch nicht verantwortlich. Nur wenige begreifen die wahren Hintergründe, dass man auf Kosten der Mitarbeiter eine möglichst preiswerte “Entsorgungslösung” für den Handybereich finden wollte, ohne an Ansehen zu verlieren. Siemens gehört schliesslich immer noch zu den beliebtesten Arbeitgebern bei Akademikern in Deutschland. Gut dass man bei BenQ Siemens keine Umfragen mehr machen muss…..
Mag die Strategie von Siemens im Inland auch aufzugehen, so steht zu befürchten, dass der Imageschaden durch die Verwässerung der kostbaren Marke Siemens in Asien höher wiegt. Aber das wird man erst in einigen Jahren sehen. Zu weit weg für Siemens Manager…